Ich bin vor einigen Jahren auf den Begriff “Interkulturelle Kompetenz” gestossen. Es beschreibt die Fähigkeit mit Menschen anderer Kulturen und Länder zu agieren. Ich dachte mir zu dem Zeitpunkt: Genau das brauche ich, wenn ich im Ausland arbeiten will.
Als ich noch in Deutschland war, hatte ich mich schon mit Taiwanern über das Internet angefreundet. Besonders habe ich mit einer Taiwanerin gechattet, die in Deutschland ein Jahr Sprachaufenthalt macht. Ich habe mit ihr viel geschrieben und über beide Kulturen geredet. Ich dachte nach all dem chatten, dass es eigentlich gar nicht so schwer ist mit Taiwanern zu reden. Ich hatte auch andere taiwanesische Freunde, die alle Deutsch lernen. Alle waren schon einmal in Deutschland und daher gab es auch viel zu unterhalten.
Als ich dann in Taiwan war kam dann doch etliche Probleme. Besonders wenn man mit einer Taiwanerin zusammen lebt. Es kam sehr oft zu Streitigkeiten, aber da ich ein sehr geduldiger Mensch bin und Konflikte bei mir immer gelöst werden, sind wir noch immer zusammen.
Aber warum kamen so viele Konflikte?
Es hat eine ganze Weile gedauert bis ich die Ursache rausgefunden hatte: Ich weiß nicht wie man sich in diesem Kulturkreis verhält und ecke deshalb immer an. Aber warum nicht bei meinen taiwanesischen Freunden, mit denen ich immer geredet habe?
Sie haben sich bereits an die deutsche Kultur gewöhnt und kennen das Verhalten. Und ich habe mich gar nicht anpassen müssen. Aber jetzt bin ich in Taiwan.
Wenn man nach Asien geht, dann muss man sein Verhalten bewusst ändern und das ist nicht leicht. Im Gegensatz zum Rauchen aufhören, gibt es keine klaren Richtlinien, keine Therapie, keinen Lehrer und kein Ziel.
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